Anonym, warum eigentlich?

Es ist Freitag Abend. Ich sehe gerade auf Phoenix ein Interview in der Sendung „Im Dialog“, das Michael Krons mit Thomas Kuban führt. Kennen Sie Thomas Kuban? Nein? Ich auch nicht. Thomas Kuban gibt es auch nicht. Es ist lediglich der Tarnname eines Autors, der seit Jahren verdeckt in der rechten Szene recherchiert. Ich habe vollstes Verständnis, dass er lieber anonym agiert.

Aber, einmal ganz weg von der Politik. Das Thema dieses Blogs ist der eindrucksvollere Auftritt. Sehen Sie sich bitte einmal Herrn Kuban an, wie er im Interview gezeigt wird:

anonym

 

(Quelle: Abfotografiert vom laufenden Programm des Fernsehsender Phoenix)

Haben Sie sich eigentlich einmal gefragt, warum er überhaupt gezeigt wird, wenn er doch nicht erkennbar ist? Warum wird uns ein ganz offensichtlich verfälschtes Bild gezeigt?
Durch Sonnenbrille, Mütze, angeklebtem Bart und Koteletten ist die wirkliche Person hinter Thomas Kuban nicht erkennbar.
Hätte es dann nicht gereicht, einfach seine Antworten zu verlesen oder als Text über den Bildschirm laufen zu lassen?
Die für die Identifikation erforderlichen Informationen über die eigentliche Person werden doch ohnehin nicht übertragen.

Die Frage ist hier gar nicht, was wir nicht sehen: Haarfarbe und Frisur, Gesichtsbehaarung, Augenfarbe, Kopfform. Lauter Kennzeichen, die optisch einen Menschen unverwechselbar machen.

Viel entscheidender ist, was wir trotz der Anonymisierung aufnehmen. Es gibt eine Stimme, es gibt eine Mimik, eine Gestik. Und es gibt dadurch ein höhere Glaubwürdigkeit,
denn als Zuschauer gleichen wir ständig ab, ob Stimmklang, Mimik und Körpersprache mit dem Gesagten übereinstimmt.

Was können Sie daraus für Erkenntnisse gewinnen?

  • Menschen nehmen immer einen informellen und emotionalen Anteil einer Aussage oder Positionierung war.
    Dieser Anteil ist der deutlich wichtigere auf dem Weg in den Kopf des Kunden.
  • Sie erreichen die höchste Glaubwürdigkeit dann, wenn Informationen und Emotionen glaubwürdig zueinander passen.
  • Unterschätzen Sie nicht die Dinge, die man nicht sofort sieht. Emotionen werden unterbewusst wahrgenommen.
  • Überprüfen Sie Ihren Außenauftritt doch einmal daraufhin, welche Sinne angesprochen werden.
    Einer meiner Kunden sagte kürzlich: „Eure Visitenkarten kann man riechen, fühlen und schmecken.“
  • Transportieren Sie emotional die Wertigkeit, die Ihre Produkte auszeichnen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


ImpressumAGBDatenschutzerklärung